Bullinger & Bärmann: Von der Volatilität ausgebremst


Bullinger: Bärmann, erinnern Sie sich an die starken Kursverluste vor einer Woche?

Bärmann: Ja, da gab der DAX ganz schön nach. Wieso fragen Sie?

Bullinger: Nun, ich nutzte die Korrektur, um auf eine Gegenbewegung zu spekulieren. Also kaufte ich mir einen Call-Optionsschein auf den DAX. Und tatsächlich. Nachdem ich das Papier erworben habe, beruhigten sich die Märkte und mit dem DAX ging es wieder leicht nach oben.

Bärmann: Gratuliere, Sie haben den Markt also richtig eingeschätzt.

Bullinger: Schon, aber mit dem Call habe ich trotzdem so gut wie nichts gewonnen. Dabei verfügen Optionsscheine doch über einen Hebeleffekt, um schon bei kleinen Bewegungen des Basiswerts überproportional zu profitieren. Ich verstehe nicht, wieso der Call nicht stärker gestiegen ist.

Bärmann: Das sollten Sie aber, wenn Sie mit Optionsscheinen handeln. Denn bei fallenden Kursen steigt die Volatilität in der Regel stark an. Das hängt damit zusammen, dass Korrekturen meistens schnell und ruckartig erfolgen. Eine steigende Volatilität macht Optionsscheine über einen steigenden Zeitwert aber teuer. Besitzt ein Basiswert eine hohe Schwankungsfreudigkeit, kann der zugehörige Optionsschein schnell einmal doppelt soviel kosten wie bei einer geringeren Volatilität des Basiswerts.

Bullinger: Na und?

Bärmann: Ist doch klar: Ist die Volatilität zum Kaufzeitpunkt hoch, so muss beim Erwerb eines Optionsscheins das Risiko berücksichtigt werden, dass die Schwankungsfreudigkeit des Basiswertes sinkt. Genau das ist bei Ihnen passiert. Zu ihrem Einstiegszeitpunkt wurde das Papier mit einem hohen Zeitwert gehandelt. Dann beruhigten sich die Märkte und die Volatilität nahm ab. Folglich sank auch der Zeitwert. Das hat ihren Call ausgebremst.

Bullinger: Hätte ich das vermeiden können?

Bärmann: Zumindest teilweise. Ein Optionsschein mit höherem Inneren Wert und niedrigerem Zeitwert hätte möglicherweise anders auf den Kursanstieg im DAX reagiert.

Bullinger: Warum das?

Bärmann: Ein Optionsschein mit hohem inneren Wert hat ein hohes Delta und partizipiert dementsprechend stark an der Bewegung des DAX. Da sich die Volatilität an sich nur im Zeitwert bemerkbar macht, hätte dies dann entsprechend einen niedrigeren Einfluss gehabt.


 

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