Fallbeispiele


Welche Chancen und Risiken sich aus dem Zusammenspiel zwischen Discount und Cap für den Käufer eines Discount-Zertifikats ergeben, soll an einem Beispiel verdeutlicht werden. Stellen Sie sich dazu vor, Sie seien der Käufer des folgenden Discount-Zertifikats auf die A-Aktie.

Aktueller Kurs der A-Aktie:                 50 Euro
Kaufpreis des Discount-Zertifikats:    40 Euro
Cap des Discount-Zertifikats:             55 Euro
Laufzeit:                                            12 Monate
Bezugsverhältnis:                              1

Sie steigen also mit einem Discount von 10 Euro beziehungsweise 20 Prozent in die A-Aktie ein. Stellen Sie sich jetzt die Frage, wann sich die Anlage für Sie auszahlt und wann nicht? Spielen wir dazu verschiedene Szenarien durch.



Szenario: Fallende Kurse

Das Beispiel zeigt, dass Discount-Zertifikate gegenüber einer direkten Investition in vielen Marktphasen im Vorteil sind: Bei fallenden Kursen stellt der Discount einen Puffer dar. Selbst bei Kursverlusten der A-Aktie bis knapp an die 40 Euro-Marke befindet sich das Zertifikat noch in der Gewinnzone. Sollte die A-Aktie bis zum Laufzeitende des Zertifikats zum Beispiel von 50 Euro auf 45 Euro abrutschen, hätte ein Aktienanleger ein Minus von 10 Prozent erzielt, während sich der Inhaber des Discount Zertifikats noch über ein Plus von 12,5 Prozent freuen kann. Er ist ja zum vergünstigten Preis von 40 Euro eingestiegen. Erst bei Kursrückgängen der A-Aktie unter 40 Euro entstehen Verluste, die aufgrund des vergünstigten Einstiegs jedoch immer geringer sind als bei der Direktinvestition – es sei denn, die Aktie wird völlig wertlos. Dann wäre auch beim Discount Zertifikat ein Totalverlust die Folge.

Szenario: Stagnierende Kurse

Bei stagnierenden Kursen kommt eine weitere wichtige Eigenschaft von Discount-Zertifikaten zum Vorschein: Notiert die A-Aktie am Laufzeitende unverändert auf dem Ausgangsniveau, im obigen Beispiel also bei 50 Euro, stellt der Discount von 10 Euro in vollem Umfang Ihren Gewinn dar. Discount-Zertifikate gelten daher als interessante Anlage in Seitwärtsmärkten. Denn auch bei einer Seitwärtsbewegung des zugrunde liegenden Basiswerts kann ein positiver Ertrag erzielt werden. In diesem Beispiel würde die Seitwärtsrendite 10 Euro beziehungsweise 25 Prozent betragen.

Merke: Die Rendite, die Discount-Zertifikate bei unverändertem Basiswertkurs erzielen, heißt Seitwärtsrendite.

Szenario: Moderat steigende Kurse

Auch bei moderaten Kursanstiegen der A-Aktie liegt das Zertifikat noch vorn. Bei einem Anstieg der A-Aktie um 10 Prozent von 50 Euro bis zum Cap bei 55 Euro würde das Discount-Zertifikat am Laufzeitende eine Rendite von 37,5 Prozent erzielen.

Im Vergleich zur Aktie kann das Discount-Zertifikat also auch in diesem Fall noch eine bessere Rendite einfahren. Da der Cap bei 55 Euro in unserem Beispiel auch den Höchstbetrag, also den maximalen Rückzahlungsbetrag bestimmt, nennt man die Rendite, die bei Rückzahlung zum Höchstbetrag erzielt wird, die maximale Rendite.

Szenario: Stark steigende Kurse

Erst bei einem starken Kursanstieg fährt man mit einem direkten Kauf der A-Aktie  besser. In unserem Beispiel müsste die Aktie um 37,5 Prozent auf 68,75 Euro steigen, bis sie zumindest den gleichen Ertrag wie das Discount-Zertifikat aufweist. Der Basiswertkurs, ab dem eine direkte Anlage in die Aktie besser wäre als ein Discount-Zertifikat wird als
Outperformancepunkt oder Break-Even-Punkt (kurz: Break-Even) bezeichnet.
 
Alle Szenarien dieses Beispiels sind noch einmal graphisch im nachstehenden Renditeprofil dargestellt:



 

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