Haben Dividendenzahlungen einen Einfluss auf den Kurs eines Produkts?

Reguläre Dividendenzahlungen haben am Tag der Ausschüttung in der Regel keinen Einfluss auf den Wert eines Optionsscheins/Zertifikats, denn die erwartete Dividende ist bereits im Vorfeld im Preis des Produkts mit berücksichtigt. 

Wenn sich die erwartete Dividende allerdings im Zeitverlauf ändert, wirkt sich dies auch auf den Preis des Optionsscheins/Zertifikats aus. Diese Auswirkung kann positiv oder negativ sein, je nachdem ob die Dividendenerwartung steigt oder fällt und um welchen Produkttyp es sich handelt. 

Bei Optionsscheinen gibt es allerdings einen Sonderfall, bei dem die Ausschüttung einer Dividende einen Einfluss auf dessen Preis hat. Grundsätzlich gilt auch bei Optionsscheinen, dass die erwartete Dividende im Preis berücksichtigt ist. Der im Preis enthaltene Dividendenabschlag kann bei Optionsscheinen mit amerikanischer Ausübungsart aber maximal bis zur Höhe des Zeitwerts des Optionsscheins erfolgen, das heißt das Produkt muss immer mindestens in Höhe des inneren Werts notieren. Sobald eine Ausübung am Tag der Hauptversammlung nicht mehr möglich ist, wird der verbleibende, noch nicht berücksichtigte Abschlag wirksam und hat einen negativen Einfluss auf den Preis des Optionsscheins. Dies betrifft vor allem, aber nicht ausschließlich, im Geld liegende Optionsscheine mit vergleichsweise kurzer Restlaufzeit. Anleger sollten in diesem Fall den Optionsschein vor dem Tag der Hauptversammlung entweder ausüben oder verkaufen.

Im Fall von Sonderdividenden lässt sich diese Frage allerdings nicht abschließend beantworten (siehe auch ‚Was geschieht mit Zertifikaten im Falle einer Kapitalmaßnahme bei Aktiengesellschaften?’). In der Regel werden Anleger bei Sonderdividenden wertneutral gestellt, das heißt es erfolgt eine Anpassung. Maßgeblich ist in diesem Fall jedoch die Vorgehensweise der Terminbörse für den betroffenen Basiswert.

 

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