Mini Futures


Bei Mini Futures handelt es sich wie bei klassischen Turbos um eine Sonderform eines Optionsscheins. Der Vorteil der Mini Futures gegenüber klassischen Optionsscheinen liegt in der transparenteren Preisbildung. Sie besitzen ein Delta von nahezu 1 und bilden dadurch die Bewegung des Basiswertes fast 1:1 ab. Mit Mini Futures können Sie entweder auf steigende (Mini Long) oder fallende Kurse (Mini Short) spekulieren. Im Vergleich zu klassischen Turbos haben Mini Futures eine eingebaute Stop Loss-Schwelle, bei deren Erreichen das Produkt ausgeknockt wird. Da diese Stop Loss-Marke dem Basispreis vorgelagert ist, ergibt sich im Regelfall ein Restwert, der Sie vor einem Totalverlust des eingesetzten Kapitals schützen soll.


Funktionsweise


Jeder Mini Future bezieht sich auf einen Basiswert. Dies kann beispielsweise ein Index, eine Aktie, eine Währung oder ein Rohstoff sein. Mini Futures sind Hebelprodukte, das heißt sie bilden die Entwicklung des Basiswerts um ein Vielfaches ab. Diese Hebelwirkung entsteht, da der Anleger nicht die gesamte Investition selbst finanziert. Der Basispreis des Mini Futures gibt an, welcher Betrag durch den Emittenten finanziert wird. Der Anleger trägt demzufolge die Differenz zwischen dem aktuellen Wert des Basiswerts und dem Basispreis. Das Bezugsverhältnis (oder auch Ratio genannt) gibt an, wie viele Mini Futures benötigt werden, um den Wert einer Einheit des Basiswerts abzubilden. Bei einem Produkt auf den DAX mit einem Bezugsverhältnis von 0,01 bedeutet dies beispielsweise, dass 100 Mini Futures den Wert des Index widerspiegeln. Jeder Mini Future besitzt neben dem Basispreis noch eine Stop Loss-Schwelle. Erreicht der Basiswert diese Stop Loss-Schwelle, wird das Produkt ausgeknockt und die Laufzeit endet vorzeitig.

Die Differenz zwischen dem aktuellen Preis des Basiswerts und des Basispreises ist der innere Wert des Mini Futures. Im Vergleich zu klassischen Turbos besitzen Mini Futures nahezu kein Aufgeld.

Ein Anstieg des Basiswerts hat zur Folge, dass sich ein Mini Long ebenfalls verteuert, wohingegen ein Mini Short an Wert verliert. Von einem Kursrückgang des Basiswerts profitiert demgegenüber ein Mini Short und der Mini Long verbilligt sich. Im Vergleich zu einem Direktinvestment in den Basiswert können Sie mit einem Mini Future durch den geringeren Kapitaleinsatz gehebelt investieren. Das bedeutet, dass sich Ihr Investment überproportional zur Entwicklung des Basiswertes verhält. Der Hebel gibt an, um das Wievielfache sich der Mini Future im Vergleich zum Basiswert bewegt. Beachten Sie jedoch, dass der Hebel in beide Richtungen wirkt, sich also Kursverluste ebenfalls überproportional auf den Wert Ihrer Anlage auswirken. Generell gilt, dass der realisierte Hebel und damit auch das Risiko, umso größer ist, je näher Sie einen Mini Future am aktuellen Kurs des Basiswerts erwerben.

Das folgende Beispiel soll dies noch einmal näher erläutern:


Aktie A notiert derzeit bei 55 Euro. Der Basispreis des Mini Long beträgt 45 Euro. Das Bezugsverhältnis ist 0,1. Sie finanzieren die Differenz zwischen dem aktuellen Preis (55 Euro) und dem Basispreis (45 Euro), welcher hier 10 Euro beträgt. Durch das Bezugsverhältnis von 0,1 bzw. 1:10 ergibt sich ein innerer Wert für den Mini Long von 1,00 Euro.

Basispreis:               45 Euro
Stop Loss:               50 Euro
Bezugsverhältnis:    0,1
Kurs Basiswert:       55 Euro
Kurs Mini Future:    1,00 Euro



Steigt Aktie A beispielsweise um 1,8%, also von 55 Euro auf 56 Euro, wird sich der Mini Long um 0,10 Euro verteuern. Dies ist ein Anstieg um 10%. Dadurch ergibt sich ein Hebel für den Mini Long von 5,6. Der gleiche Hebel wirkt jedoch auch in die Gegenrichtung. Sinkt die Aktie um einen Euro (-1,8%), verliert der Mini Long in diesem Fall 10%.






Kurs A-AktieVeränderung in %Kurs Mini LongVeränderung in %
49,00 EUR-10,9%0,50 EUR-50%
50,00 EUR-9,1%0,50 EUR-50%
51,00 EUR-7,3%0,60 EUR-40%
52,00 EUR-5,5%0,70 EUR-30%
53,00 EUR-3,6%0,80 EUR-20%
54,00 EUR-1,8%0,90 EUR-10%
55,00 EUR0,0%1,00 EUR0%
56,00 EUR1,8%1,10 EUR10%
57,00 EUR3,6%1,20 EUR20%
58,00 EUR5,5%1,30 EUR30%
59,00 EUR7,3%1,40 EUR40%
60,00 EUR9,1%1,50 EUR50%

Anpassung des Basispreises und des Stop Loss



Da Mini Futures keine Laufzeitbegrenzung haben, werden die Finanzierungskosten täglich an den Anleger weitergegeben. Dies bedeutet aber auch, dass Sie die Finanzierungskosten nur für den Zeitraum tragen, in dem Sie das Produkt halten. Die Weitergabe der Kosten erfolgt durch die Anpassung des Basispreises. Der Anpassungszinssatz wird monatlich neu bestimmt. Als Grundlage für die Berechnung des Zinssatzes dient jeweils der regionale Interbankenzins. Für die Eurozone ist dies beispielsweise der Euribor.

Durch die tägliche Anpassung des Basispreises wird ebenfalls eine Änderung der Stop Loss-Schwelle notwendig. Denn sonst würden sich Basispreis und Stop Loss bei Mini Long Produkten immer weiter annähern und Ihren Risikopuffer aufbrauchen, sowie bei Mini Short Produkten immer weiter voneinander entfernen. Um dies zu verhindern, wird zu Beginn eines jeden Monats der ursprüngliche Abstand zwischen beiden Werten wieder nahezu hergestellt.





Knock-Out Ereignis

 

Erreicht der Basiswert die Stop Loss-Schwelle, so verfällt das Produkt. Die Citi kauft ausgeknockte Mini Futures noch zum jeweiligen Restwert am Tag des Knock-Out-Ereignisses zurück. Sollten Sie nicht von der Möglichkeit des Verkaufs Gebrauch machen, findet am darauf folgenden Handelstag eine automatische Ausübung statt. Der Restwert wird Ihnen innerhalb einer Frist, welche im jeweiligen Basisprospekt dargelegt ist, gutgeschrieben. In der Regel sind dies maximal fünf Bankarbeitstage.


Ermittlung des Rückzahlungsbetrages

 

Erreicht der Referenzkurs des Basiswerts die Stop Loss-Schwelle, wird binnen einer Handelsstunde das Absicherungsgeschäft des Emittenten aufgelöst und der Restwert ermittelt. Sollte der Knock-out weniger als eine Stunde vor dem Ende der üblichen Handelszeit der maßgeblichen Börse eintreten, verlängert sich der Zeitraum für die Auflösung der Absicherungsposition ab Beginn der nächstfolgenden Börsensitzung entsprechend. Ein Knock-out kann nur zu den Handelszeiten der jeweiligen Referenzbörse stattfinden. Informationen zu den Knock-out Zeiten finden Sie im Bereich 'Handels- und Knock-Out-Zeiten'.

Kommt es zu schnellen, starken Kursbewegungen oder zu einer größeren Eröffnungslücke zwischen zwei Handelstagen, kann der Restwert auch wesentlich geringer ausfallen als die Differenz zwischen Stop Loss und Basispreis. Im Extremfall kann ein Mini Future auch nahezu wertlos ausgeknockt werden.


Handelszeiten

 

Mini Futures können Sie außerbörslich von 8 – 22 Uhr über die meisten Banken, Discount Broker und Sparkassen handeln. Für einige Basiswerte kann es davon abweichende, verkürzte Handelszeiten geben. Der börsliche Handel findet von 9 – 20 Uhr über die Börsen Stuttgart (EUWAX) und Frankfurt (Scoach) statt.


Einfluss von Dividenden

 

Die Ausschüttung einer Dividende beeinflusst den Kurs einer Aktie oder eines Kursindex. Somit wird diese bei Optionsscheinen und Zertifikaten mit berücksichtigt. Diese Berücksichtigung kann auf unterschiedliche Weise erfolgen.

Im Falle von Mini Futures ist der Einfluss von Dividenden vor allem bei Produkten auf Aktien und Kursindizes von Interesse. Grundsätzlich gilt: Die Ausschüttung wird im Vorfeld nicht mit im Kurs des Mini Futures berücksichtigt. Am Tag der Dividendenzahlung werden sowohl der Basispreis als auch der Stop Loss angepasst. Zu beachten gilt, dass die Anrechnung der Dividende im Fall von Long-Produkten nicht zu 100% erfolgen muss. Aktuell werden bei Long Produkten auf deutsche Basiswerte 74% der Dividende angepasst. Bei Long Produkten auf nicht-deutsche Basiswerte wird weiterhin 85% der Dividende angepasst. Der Abzug des Dividenden-Anpassungsbetrages vom Basispreis und der Knock-Out Barriere bei Mini Future Long Optionsscheinen und dem gleichzeitigen Abschlag der Bruttodividende vom Aktienkurs sind unterschiedlich große Beträge. Hierdurch könnte ein Knock-Out Ereignis eintreten.



Währung des Basiswertes

 

Notiert der Basiswert eines Mini Futures nicht in Euro, unterliegt der Anleger einem Wechselkursrisiko. Änderungen in der Währung haben einen Einfluss auf den Preis eines Produktes. Bei Mini Futures mit Basiswerten, die in einer anderen Währung als Euro notieren, wird der innere Wert, und damit der Preis, eines Mini Futures noch um die Währung bereinigt.

 

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